Erinnerungen

Der Großteil meiner Malerei besteht aus Erinnerungen, die auf irgendeine Weise aus den Gedanken auf das Papier gelangen. Auch meine Skizzen entstehen zu großen Teilen im Atelier. Sie dienen dazu, ein Bild festzuhalten, bevor es wieder aus der Erinnerung verschwindet. 

Aus dem Bild im Kopf kann aber auf dem Papier etwas ganz anderes entstehen und während des Malens entwickeln sich die Blicke auf eine Landschaft ohnehin von ganz allein. Ich bilde also nicht ab, was mir als Idee vorschwebt, sondern nutze eine Idee, damit sich daraus ein Bild entwickelt. 

Was schließlich als fertiges Bild vor mir liegt, hat vielleicht mit der ursprünglichen Erinnerung gar nicht mehr viel zu tun.

Die Bilder vom Bodensee haben viel mit Erinnerungen an die Kindheit zu tun. In diesen Kopfbildern kommen Menschen nicht vor. Was mich als Kind wohl mehr beindruckt hat, das waren die weiten Blicke über die Seeflächen. Es sind Erinnerungen an Wanderungen oder Ausflüge, die an besonderen Aussichts-punkten endeten. Solche weiten Blicke blieben bei mir hängen und nun wandern sie auf das Papier. Manche Erinnerungen tun das in immer neuen Variationen. 

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